TEIL 1: Wenn man daran glauben kann, dass der Körper der Seele immer zu Hilfe kommt, sprechen wir von psychosomatischen Ursachen von Krankheiten. Das Wort „Psychosomatik“ (psyche = Seele, soma = Körper) bezeichnet das Wechselspiel zwischen körperlichen und seelischen Vorgängen. Anders gesagt: Jedes Gefühl führt zu einer körperlichen Reaktion und jede körperliche Reaktion löst bestimmte Gefühle aus.

Wenn die psychischen Signale nicht mehr ausreichen und „chronisch“ missachtet werden, sprich, wenn sich das seelische Leid immer mehr im Körper abbilden „muss“, weil es nicht erkannt wird, wird es zu einem dauerhaften Zustand.

Meiner Meinung nach gibt es zwei Hauptgründe für chronische Krankheiten:

1) Der Körper bemüht sich schon die längste Zeit, irgendwelche „Fehlentwicklungen“ oder selbstschädigendes Verhalten, Glaubenssätze, Muster, Ängste etc. aufzuzeigen oder

2) Eine psychische Verletzung war dermaßen traumatisch, sodass die Verdrängung „überlebenswichtig“ war/ist, sodass sie „niemals ans Licht kommen darf“.

Wie schon im ersten Teil „Krankheiten – Dein Tier als Spiegel“ erwähnt, glaube ich wirklich daran, dass uns Tiere mit ihren Krankheiten auch immer etwas aufzeigen oder uns auf etwas hinweisen möchten. NATÜRLICH ist es die Krankheit des Tieres, sein Immunsystem war im Keller, es hat sich beim Spielen verrissen, es hat Alterserscheinungen, seine Mutter hatte auch schon Krebsgeschwüre oder die ganze Zuchtlinie hat HD, etc.etc.

Aber die Frage, die ich immer stelle ist: WARUM ist genau dieses Tier in mein Leben gekommen? und WARUM hat es diese Krankheit? Was soll es mir sagen? Wo soll ich (bei mir) hinsehen? Und ich möchte euch wieder an hand eines Beispiels aus meinem Leben Zusammenhänge aufzeigen. Wie schon erwähnt, es ist MEIN ZUGANG zu dieser Thematik.

Meine wunderbare, unvergleichliche Stute Maj – meine große Lehrmeisterin – hat seit ca. ihrem ersten Lebensjahr kleine „Warzen“ und Hautdeformierungen am Körper. Sie kam 5jährig in mein Leben und bei der Ankaufsuntersuchung meinte der Tierarzt lakonisch: „Ah, des sind nur a paar Warzen, und wennst auf a Turnier fahrst, dann schmierstas halt mir Zaunteer zu. Des is a schwarz, dann sieht ma nix.“

Ich war natürlich vom ersten Moment an so verliebt in sie, nichts hätte mich davon abgebracht, mein Leben mit verbringen zu wollen.

Jetzt 15 Jahre später hat sie diese Hautveränderungen großflächig am ganzen Körper. Ich bin mehr Spezialistin für „Equine Sarkoide“ als so mancher Tierarzt. Ich habe mit Hilfe von unzähligen TAs, Homöopathen, Naturheilern, Ernährungsexperten geschmiert, geschnitten, gespritzt und zugefüttert was nur ging.

Alles vergeblich. Und so kam ich auch zur Tierkommunikation, als letzter Ausweg, um zumindest zu verstehen, warum ich machtlos gegen diese Krankheit war. Ich lernte selbst TK, weil sich Maj weigerte mit „Fremden“ darüber zu sprechen (typisch sie ;-) ) und natürlich weil sie einen Plan für mich hatte ;-) Das bitte betrifft aber nicht jeden, ihr müsst es nicht lernen, um verstehen zu können ;-) Das war unsere persönliche Geschichte, die erzähle ich ein anderes Mal.

Hinter Majs Krankheit steckt ein sehr persönliches Trauma, welches sie schon als Ungeborenes erlebte, soviel darf ich euch verraten. Die ganze Geschicht ist sehr persönlich.

"Equine Sarkoide" hab ich noch in keinem Buch als Spiegelthema gefunden. Von daher musste ich selbst auf alles draufkommen. Diese Hautkrankheit ist ihre Art sich einerseits abzugrenzen. Es ist auch ein Ausdruck ihres Leidens, was damals passierte, quasi eine ewige Erinnerung an diese Verletzung, für die sie sich entschlossen hat, das ihr ganzes Leben lang zu tragen. Sie kann und will nicht aus ihrer Haut. Sie steht aber zu dieser Verletzung und hat nichts zu verbergen. Sie demonstriert ihre Individualität, sie ist damit etwas ganz Besonderes. Sie kommuniziert über diese Krankheit mit mir. Es ist ihr Weg, den sie geht und ihre Entscheidung und ich liebe und respektiere sie über alles dafür. Abgesehen davon IST SIE GAR NICHT KRANK – ihre Worte ;-). Für sie ist das ganz nämlich das Normalste auf der Welt. Ich machte das Drama draus.

WAS HAT DAS GANZE JETZT MIT MIR ZU TUN?
Eine Menge ;-). Erste Lernaufgabe:

* Höre auf andere Wesen verändern zu wollen, auch wenn du es gut meinst.

* Kontrolle ist eine Illusion. Höre auf etwas oder jemand anders kontrollieren zu wollen. Hör auch auf damit, dein eigenes Leben ständig unter Kontrolle zu halten (immer wenn ich das versuche, „explodieren“ wieder ein paar von den Dingern ;-) ).

* Achte und respektiere Entscheidungen eines anderen.

* Sie hat mich veranlasst auf meine Traumen zu blicken um sie zu lösen.

* Sie hat mich erkennen lassen, dass mein ehemaliges "Helferlein-Syndrom" mich von meinen eigenen Themen ablenkt.

* Steh zu deiner eigenen Verletzlichkeit und verdränge nicht.

* Zeig dich wie du bist und setz dir keine Masken auf um zu gefallen, geliebt oder geachtet zu werden.

* Vertraue auf die Richtigkeit, wie es ist.

* Und zu guter letzt: LASS LOS.
Maj hat mich den Prozess des Loslassens gelehrt. Natürlich unterstütze ich sie, wenn mal wieder eines aufplatzt oder wuchert und ich versorge ihre Haut, damit sie geschmeidig bleibt, aber ich habe erkannt und angenommen, dass das ihr Ding ist. Ich kann daraus lernen, aber es ist und bleibt Geschichte.

Der derzeitige Stand der Sakoide ist übrigens: Bis auf zwei Stellen sind alle wunderbar „zu“. Flächenmäßig vergrößern sie sich zwar, aber da ist einfach nur kein Fell mehr  - what shalls ;-) - und zur Zeit hat sie nicht mal mehr das „Juckerte“. Jipiieeee… 

Aber wie bei allen anderen Krankheiten deines Tieres stelle dir einfach auch die folgenden Fragen, denn es hat immer auch etwas mit dir zu tun und es gibt immer etwas daraus zu lernen.

Wofür steht die Krankheit?

Was fühle ich zu dem Thema, fühle ich überhaupt etwas?

Womit bringe ich es, spontan, bei mir in Verbindung? (Das erste was mir einfällt, auch wenns im ersten Moment noch so schwachsinnig oder unzusammenhängend erscheint)

Welche Emotionen löst es bei mir aus? Wo soll ich hinschauen?
(Also bei mir war es natürlich jahrelange Hilflosigkeit und Ohnmacht und die Folgefrage dazu ist: Woher kenne ich diese Emotionen? Welche Situation hat sie bei mir ausgelöst? Es geht ja letztendlich darum, diese Thematik bei mir zu lösen. Einerseits um in den Ursprung zu gehen, damit ich mich nie wieder hilf- und ohnmächtig fühlen muss, aber auch um, wie in diesem Fall, mir u.a. meines" Helferlein-Syndroms" bewusst zu werden.

Kann ich etwas tun, um diese Krankheit „aus der Welt zu schaffen“?
Wie in Majs Beispiel, nein, die Krankheit ist trotz allem zu wenig erforscht um etwas, in dem Ausmaß wie sie es hat, zu tun. Und wenn ich nichts tun kann, dann ist es MEINE AUFGABE, zu akzeptieren und anzunehmen. Nämlich, dass Maj das wunderbarste Pferd ist, genau so wie sie ist und sie die Liebe meines Lebens ist. :-) <3

 

         


 

 

 









 

 

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